Der deutſche Kaiſer. 307
Gefechten ſchlug ſie die Königlichen ſo gänzlich, daß ſie an keinen Widerſtand mehr denken konnten. In dieſen Schlach⸗ ten flog ſie auf ihrem Roſſe durch alle Glieder ihres Heers und feuerte alle mit den Worten ihrer hinreißenden Be⸗ geiſterung an. Den errungenen Sieg verkündete ſie als einen Sieg Gottes und verſammelte das Volk zur Feier deſſelben in der Kathedrale Zuletzt erſchien ſie dem Volke als ein mit übernatürlichen Kräften ausgeſtattetes Weſen. Es war allmälig verrathen worden, daß Aya eine Maurin und in die tiefſten Geheimniſſe der Zauberei eingeweiht ſei. Man erzählte ſich, daß ſie im Bunde mit mächtigen Geiſtern ſtehe und dadurch der Donna Maria zu ſo glän⸗ zenden und außerordentlichen Erfolgen verhelfe. Und da man Aya faſt immer um die Perſon der Heldin ſah, ſo fanden dieſe Gerüchte beim wundergläubigen Volke ſchnellen Eingang. Man behauptete, die geheimnißvolle Fremde auf dem Alkazar, die ſich ſo ſtreng dort eingeſchloſſen hielt, und zu der Donna Maria und Aya einzeln und zuſammen ſo oft gingen, ſei ein hölliſches Weſen, von welchem ſich beide Raths erholten. Dies nun war der Punkt, an welchem die Regenten und der Adel, welche mit Waffengewalt nichts gegen die tapfre Wittwe auszu⸗ richten vermochten, die Kette befeſtigten, welche die Heldin endlich zu Boden reißen ſollte. Sie wandten ſich mit Glück an die beraubte Geiſtlichkeit in Toledo, und dieſe untergrub allmälig Maria's Anſehen beim Volk durch die Behauptung, daß die geprieſene Frau durch die Maurin 20*


