302 Der deutſche Kaiſer.
die Kunde, daß ein franzöſiſches Heer in Navarra einge⸗ fallen ſei, um dieſes Königreich zu erobern, wirkte ſo nie⸗ derſchmetternd auf den verbündeten eaſtiliſchen Adel und ſo erhebend auf das Volk, daß die Krone gleichſam ſchon über Padilla's Haupte ſchwebte. Aber auch Graf Haro war durch die Zigeuner von Padilla's kühnem Streben unterrichtet; auch er begriff die große Wichtigkeit dieſes Moments, und ſetzte mit ſeiner guten Reiterei Padilla's Heer nach. Der eilige Rückzug deſſelben ſah einer Flucht ähnlich; es war bereits ermattet und zog eben in der Nähe von Villabar über einen friſch gepflügten Acker, welcher vom Regen der vorhergehenden Tage ſo durch⸗ weicht war, daß die Soldaten kaum darauf fortzukommen vermochten. Auf dieſe Weiſe waren ſie dem vom Feuer einiger Kanonen gut unterſtützten Angriff der Feinde ganz blosgeſtellt und ergriffen, von einem paniſchen Schrecken erfaßt, ſo eilig die Flucht, daß Padilla trotz der tapferſten Gegenwehr gefangen genommen ward. Mit ihm geriethen noch Don Juan Bravo, der Anführer der Segovier, und Don Francesco Maldonado, der der Truppen von Sala⸗ manca, in Gefangenſchaft. Der Jubel über Padilla's Fang war unter den Adligen groß, und weil ſie die hohe Wichtigkeit deſſelben wohl zu ſchätzen wußten, ſo beeilten ſie ſich mit unerhörter Haſt, das Opfer unſchädlich zu machen. Sie fürchteten, daß Donna Maria Alles auf⸗ bieten werde, ihren Gemahl zu befreien. Deshalb ward der unglückliche Liebling und Feldherr des Volks, mit ſei⸗


