Der deutſche Kaiſer. 301
Heeresabtheilungen der Regentſchaft und wurde, ſo wie die ganze Junta, dadurch von der feſteſten Zuverſicht auf den vollſtändigen Sieg des Volks erfüllt. Ja, es gelang ſogar Padilla, die feſte Stadt Torrelobaton, welche die Königlichen beſetzt hielten, zu erſtürmen und ſie der Plün⸗ derung ſeiner Soldaten preiszugeben. Aber dieſer glän⸗ zende Sieg machte die Junta übermüthig, die Genüſſe, welche die Soldaten aus der Beute ſich bereiteten, wirkten erſchlaffend auf ſie, und ſtatt ſchnell nach Tordeſillas zu eilen, und dieſe Stadt dem beſtürzten Adel wieder zu entreißen, überließen ſie ſich der Schwelgerei und Ruhe. Padilla, von ſeiner Frau endlich über ihre geheimen Pläne unterrichtet und dafür gewonnen, hatte natürlich kein Ver⸗ langen, ſich wieder in Beſitz der Königin zu ſetzen; ſie konnte ja ſeinem Zwecke nur hinderlich ſein. Er erging ſich mit ſeinen Getreuen in den kühnen Plänen, die von ſeiner Frau ausgegangen waren, und ſchmeichelte dem Heere, indem er die Schwelgereien deſſelben förderte. Dadurch gewann der Adel Zeit, ſich von ſeiner Beſtürzung zu erholen und ſeine Macht zu ſammeln. Mit dieſer rückten der Connetable und ſein Sohn auf Torrelobaton zu. Padilla ſah ſich zu ſchwach, um dieſem Heere auf die Dauer Widerſtand zu leiſten und brach daher auf,
um ſich in die Stadt Toro zu werfen. Wäre ihm dies
gelungen, ſo würde er höchſt wahrſcheinlich in wenigen Tagen ſchon zum Könige ausgerufen worden ſein; denn ſchon waren alle geheimen Anſtalten dazu getroffen, und


