300 Der deutſche Kaiſer.
bereits die Juwelen der Königin und das Silbergeſchirr des Adels hatte verſetzen und eine Anleihe beim Könige von Portugal machen müſſen. Sie ſtellte der Junta die annehmbarſten Bedingungen zum Frieden; ſie verbürgte ſich, daß allen gerechten Beſchwerden des Volks auf das Gründlichſte abgeholfen würde, ja die meiſten Adligen machten ſich der Junta durch einen Eidſchwur verbindlich, falls der König, verhetzt von böſen Rathgebern, ſeine Einwilligung zu ihren Verſprechungen verſagen werde, ſogleich gemeinſchaftliche Sache mit dem Volke gegen den König zu machen. Aber obgleich ſie dadurch einige Städte gewannen und von der Junta abzogen, ſo arbeitete Maria doch der Vereinigung, die mit einem Male ihre ehrgei⸗ zigen Pläne vernichtet haben würde, ſo nachdrücklich ent⸗ gegen, daß die Junta alle Friedensvorſchläge hartnäckig verwarf. Die kühne Frau wufßte ſo geſchickt die Wuth des Volks gegen den Adel zu ſteigern, daß es zum Beſchluß kam, dieſem alle Güter, die er von der Krone erworben, zu entreißen und ſie wieder mit jener zu vereinigen. Dieſer Beſchluß würde ein greller Widerſpruch mit ihrem frühern Kampfe gegen den König geweſen ſein, wenn er der Be⸗ reicherung des Kaiſer Karl gegolten hätte. Aber die Häupter der Junta wußten bereits, welchem König ſie durch dieſe Güter des Adels eine gewaltige Grundlage an Reichthum zuführen wollten, obgleich ſein Name in den Volksverſammlungen noch nicht ausgeſprochen wurde. Juan de Padilla ſiegte in einigen kleinen Treffen über


