Der deutſche Kaiſer. 303
nen beiden Leidensgefährten, ſchon am folgenden Tage, ohne gerichtliche Unterſuchung und Urtheilsſpruch zum Tode geführt. Es wurde ihm nur ſo viel Zeit vergönnt, um einen Abſchiedsbrief an ſeine Gemahlin und einen andern an die Stadt Toledo zu ſchreiben, dann ging er mit Faſſung und Ruhe dem Schwerte entgegen, welches ſein edel geſtaltetes Haupt vom Körper trennte. Gleiches Schickſal traf ſeine beiden Gefährten.
Mit Padilla's Tod war der Junta die Spitze abge⸗ brochen. Das Volk verlor Muth und Thatkraft; eine Stadt um die andre unterwarf ſich dem ſiegreichen Heere der Regentſchaft. Die gerechte Sache des gemeinen Mannes unterlag, und nur aus Klugheit trat der ſiegreiche Adel das beſiegte Volk nicht gänzlich nieder. Die Kraft des letztern war aber gebrochen und erhob ſich nicht wieder zu freier Thätigkeit. Seiner Rechte wurde es allmälig beraubt, der gewaltigſte Despotismus ſchlug in Spanien ſeinen Thron auf und vernichtete den edeln Volksgeiſt auf Jahr⸗ hunderte.


