Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der deutsche Kaiser : 3. Theil (1848)
Entstehung
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24 Der deutſche Kaiſer.

den die ſchönſten Früchte, die ſie erzielt, für ſie ſelbſt einen giftigen Beiſatz haben. Es lag Adrian, Chievres und den andern einflußreichen Niederländern Alles daran, eine Zuſammenkunft des Cardinals mit dem Könige zu verhindern, und in dieſem Punkte ſtimmten ſie ganz mit den eaſtiliſchen Granden, obgleich aus ſehr verſchiedenem Grunde, überein; ſie fürchteten nicht mit Unrecht; des Cardinals rückſichtsloſe Offenheit, ſeine nur auf das wahre Wohl des Königs zielende Ehrlichkeit und ſeine unge⸗ ſchwächte Geiſteskraft möchten ſich ſchnell des lenkſamen Königs bemächtigen und ſie aus allem Einfluß verdrängen. Hatte Kimenes es doch ſchon in ſeinem Begrüßungsſchrei⸗ ben ohne Rückenhalt und Schminke geradezu dem König ans Herz gelegt, daß, wenn er ſich die Liebe der Caſti⸗ lier erwerben wolle, die zur Befeſtigung ſeiner Krone unerläßlich nothwendig ſei, er die Niederländer von ſeiner Perſon entfernen müſſe. Ihre perſönlichen Intereſſen ſtan⸗ den jetzt den patriotiſchen Intereſſen des gefürchteten alten Mannes ſo ſchroff gegenüber, daß das umgehende Gerücht an Wahrſcheinlichkeit gewann, das Gift, welches der Car⸗ dinal empfangen, ſei ihm nicht von ſpaniſcher, ſondern von niederländiſcher Hand gekommen. Gewiß iſt, daß die Nachricht von ſeiner wiederholten Krankheit in der Umge⸗ bung Karls eine ſtille Freude hervorrief und daß man daran die Hoffnung knüpfte, er werde derſelben erliegen. Seine unerwartete abermalige Geneſung machte andre Plane nöthig, um den gefürchteten Schlag abzuwendin. Man