Der deutſche Kaiſer. 23
über Pferde, Hunde, Falken, Jagden und Vergnügungen in Spanien, ausführlichen Bericht erſtatten. Nun erſt fühlte ſich der junge König heimiſch und wohl; Alle, die um ihn verſammelt waren, hatte er von Jugend an um ſich geſehen und lieben gelernt; ſeine knabenhafte Unſelbſt⸗ ſtändigkeit konnte ſie nicht entbehren. Die ſtolzen eeremo⸗ niöſen Caſtilier mit ihrer fürſtlichen Pracht waren ihm zu⸗ wider und erregten ihm ein ängſtliches Gefühl. Er ver⸗ langte nach Keinem, ſo ſehr ſie bemüht waren, ihm auf ihre ſtolze Weiſe zu huldigen, am wenigſten aber nach Fimenes, vor dem er eine unüberwindliche Scheu trug, die auf jegliche Weiſe zu nähren im Intereſſe ſeiner Um⸗ gebung, beſonders in dem des Herrn von Chievres lag. Der Dechant Adrian hatte lang genug mit ſtillem Groll die kleinen höflichen und doch ſo empfindlichen Demüthi⸗ gungen ertragen, die ihm die geiſtige Superivrität und die eiſerne Willenskraft des Cardinals bereitet, um ſich nicht jetzt mit ſeinen Landsleuten auf dem ſpaniſchen Boden nur noch inniger gegen den ſtrengen Greis zu verbinden, der Alles zur Befeſtigung der Herrſchaft des jungen Königs und zur Erhöhung des Glanzes ſeiner Krone gethan und ſich damit doch keinen Dank, vielmehr Neid und Haß bei den niederländiſchen Großen aus Karls Umgebung erwor⸗ ben hatte. Dies iſt das Schickſal aller geiſtigen Ueber⸗ legenheit, die ſich mit Strenge geltend macht; und wenn ihr Streben noch ſo uneigennützig und auf das Beſte deſſen gerichtet iſt, dem es mit Recht gehört, dennoch wer⸗


