Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der deutsche Kaiser : 3. Theil (1848)
Entstehung
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Der deutſche Kaiſer. 11

geblitzt, verloren, ſeine ſtolze Geſtalt war zuſammengebro⸗ chen. Ein junger Knecht reichte ihm einen Becher mit kühlendem Getränk; eine Magd ſtand daneben und bot ihm auf einem Teller Speiſe dar. Der Ritter griff haſtig nach dem Becher, ohne dem Diener einen Blick zu ſchen⸗ ken; indem er aber mit Wolluſt trank, fielen ſeine Augen unwillkürlich auf das Dienerpaar, und ein leichtes Zucken ſeiner Glieder verrieth ſeine Ueberraſchung. Martin und Aya ſtanden vox ihm. Die treue Magd gab ihm raſch

Zeichen, die kein Chriſt verſtand, und unterrichtete ihn, daß

ſeine Rettung nahe ſei. Dann entfernten ſich beide an⸗ ſcheinend gleichgültig, um auch Andre zu bedienen. Die zum Zug gehörigen Pfaffen thaten ſich im anſtoßenden Kloſter gütlich, die Wachen ſpeiſten und zechten im Ueber⸗ maße, was ihnen Aya auftrug. Der Wein war aber von ihr mit narkotiſchen Mitteln verſetzt, die ſie ſelbſt geſchickt bereitet. Mit Anbruch der Nacht lag Alles im tiefſten Schlafe, ausgenommen der Ritter, deſſen Augen jede Bewegung Ayas verfolgt hatten. Durch eine un⸗ merkliche Zeichenſprache hatten ſie die genauſte Verabredung miteinander genommen. Sobald ſich die Hausbewohner niedergelegt hatten, ſchlich Aya herein und führte den an der Thüre ihrer harrenden Ritter zu der Pforte, welche Martin bereits mit einem Nachſchlüſſel geöffnet hatte. Hier nahm der Knabe ihn in Empfang und geleitete ihn in eine andre Herberge, wo Padilla ſeiner wartete. Er wurde ſchnell in die Kleider eines Knappen geſteckt. Martin