Der deutſche Kaiſer.
kehrte in die Locanda zurück. In der erſten Frühe des Tags brach Padilla mit ſeinem Begleiter auf; Süderland beſtieg das Pferd, deſſen geſtriger Reiter ſich zu Fuß fort machte. Auf dieſe Weiſe kamen ſie glücklich durch das Thor und waren in kurzer Zeit im Gebirge. Nun er⸗ zählte der Graf dem Ritter umſtändlich, wie er den Diener und die Magd ſchon vor ein paar Wochen in die Lveanda gebracht, nachdem er in Madrid die Reiſeſtationen des Zuges erkundet habe. Nur Padillas Diener war in das Geheimniß eingeweiht; denn bei der abergläubiſchen Furcht, welche Jedermann vor der im Finſtern ſchleichenden Macht der Inquiſition hatte, mußte die äußerſte Vorſicht vor Verrath angewendet werden. Der Diener ſtieß bald wie⸗ der zu ihnen. Er hatte ein drittes Pferd vorher in einer Waldhütte untergebracht. Nachdem ſich Padilla mit Süder⸗ land über die Richtung, welche der Letztere einzuſchlagen hatte, um ſo ſchnell als möglich und ohne Gefahr Anda⸗ luſien zu erreichen, beſprochen, ſchieden ſie, und Padilla kehrte eiligſt nach Toledo zurück, wo ein paar Frauen⸗ herzen mit Ungeduld auf den Erfolg ſeines gefahrvollen Unternehmens warteten.
Der Zug der Verurtheilten ſetzte ſich früh wieder in Bewegung. Aber die Wirkung der betäubenden Mittel, welche die Soldaten und Aufſeher des Zugs von Aya erhalten hatten, war ſo nachhaltig, daß ſie den Mangel eines Mannes nicht bemerkten. Und ſo verließen ſie die Stadt. Erſt im Gebirge angelangt, nahm ein Mönch,


