Bweites Rapitel.
Durch das Städtchen San Ildefonſo am Fuße des Gua⸗ vamaragebirges führt die Straße von Madrid nach Valla⸗ dolid. Hier langte am Spätnachmittage eines heißen Tags zu Anfang Juli der Zug der vom Glaubensgericht Verurtheilten aus der heiligen Hütte zu Valladolid an. Soldaten und Prieſter, die ſie begleiteten, waren nicht minder matt, wie die Gefangenen ſelbſt. Sie wurden in der zu einem Kloſter gehörigen Locanda untergebracht und die Pforte der das Haus umgebenden Mauer geſchloſſen. Alles überließ ſich dem Genuß der Ruhe und der Erfri⸗ ſchungen, welche von den Knechten und Mägden des Hauſes herumgereicht wurden. Unter den Verurtheilten befand ſich der Ritter von Süderland, welcher, um ſeine Freunde über den Ort ſeiner Gefangenſchaft zu täuſchen, in Valla⸗ dolid eingeſetzt worden war. In Madrid ſollte ihm nun ſchnell der Prozeß gemacht werden. Bleich und kraftlos war er in einem Winkel zuſammengebrochen; ſein ſchönes geiſtvolles Auge hatte den Zauber, der ſonſt aus ihm


