Teil eines Werkes 
4. Band (1834)
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Und das Kloſter Reinhardsbrunn blühete auf und gedieh, ward reich und mächtig, und ſtand faſt fünfhundert Jahre, bis es tolle Bauern im ſogenannten Bauernkriege zerſtörten.

Graf Ludwig bauete kurz darauf noch zwei Klöſter, das eine zu Sangerhauſen, das andre zu Tſcheiplitz auf der Stelle, wo er den ſünd⸗ lichen Mord vollbracht hatte.

Gräfin Adelheit erbauete ebenfalls im folgen⸗ Jahre in einer ſchönen, fruchtbaren Gegend Thü⸗ ringens, die ihr eigen war, ein großes Frauen⸗ kloſter, und da ſie ihrem Gemahl, zur Wieder⸗ vergeltung der genvſſnen Ehre, mit der Bitte an⸗ lag, wiederum ihrem Kloſter den Namen zu ge⸗ ben, ſo benannte er es nach ihr, die er immer heiß liebte, indem er es Adelheitsleben taufte, wo⸗

raus ſpätere Zeit Oldisleben gemacht hat.

Ludwig und Adelheit wurden ſeit dieſer Zeit immer frömmer. Um ſich ganz rein zu waſchen von dem in Jugendleidenſchaft unſchuldig vergoſ⸗ ſenem Blute, trennten ſie ſich noch im hohen Al⸗ ter. Er trat als Benediktiner⸗Mönch in das Kloſter Reinhardsbrunn; ſie als Nonne in das Kloſter Oldisleben. In frommen Bußübungen verlebte Ludwig die letzten ſieben Jahre ſeines Lebens. Er ſtarb im 73. Jahre und wurde zu

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