Teil eines Werkes 
4. Band (1834)
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Reinhardsbrunn begraben. Zwei Jahre nach ihm endete Adelheit; auch ihre Hülle ſchlummert in Reinhardsbrunn. Nach ihren, an der hintern Wand der Schloßkirche aufgeſtellten, noch jetzt zu ſehenden Grabſteinen, auf welchen ſie mit un⸗

vollkommner Kunſt in Lebensgröße ausgehauen

ſind, ſtarb er am 8. Mai 1123; ſie am 1. Decem⸗ ber 1125. Reinhardsbrunn wurde der Begräbniß⸗ platz der Landgrafen von Thüringen Jahrhunderte hindurch. Eswäre würdig geweſen, die Grabes⸗ halle aller ihrer Nachkommen, aller Beherrſcher Thüringen's zu bleiben. Heilige Schauer erfül⸗ len das Herz, wenn man an den alten verwitter⸗ ten Steinen vorübergeht, die in Mönchsſchrift die

ehrwürdigen Namen nennen. Reinhardsbrunn

iſt für die ſchone, ſagen⸗ und poeſiereiche Geſchichte Thüringens ein klaſſiſcher Boden. Aber noch hat kein Sänger Ludwig's und Adelheit's Liebe und Vergehen würdig gefeiert, und doch wören ſie

werth den berühmten Liebenden: Abälard und Helviſe, Romev und Julia, Per W

beigezählt zu werden.