Teil eines Werkes 
4. Band (1834)
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Und alles Volk fiel nieder und betete mit.

Fromme Männer, Freunde, Waffengenoſſen, Thüringer!y nahm dann der Graf das Wort wie⸗ der.Der Grundſtein des Kloſters iſt gelegt, aber noch hat es keinen Namen. Wer wäre würdiger, ihm denſelben zu verleihen, als mein geliebtes Weib. Erwartungsvoll harr' ich mit allem Volke aus deinem holden Munde, Adel⸗ heit, des Namens, den das Kloſter führen ſoll für ewige Zeit.»

Die Gräfin beſann ſich nicht lange. Lächelnd ſprach ſie:«Der Töpfer Reinhard ward von Gott und allen Heiligen begnadigt, die Zeichen des Himmels, die wunderbaren Flämmchen zuerſt zu ſehen. Auch iſt ſeine Hütte die nächſte an dem künftigen Kloſter. Dieſe reine Ouelle hat man ſonſt wohl ſchon den Reinhardsborn in der Ge⸗ gend genannt, weil Reinhard ihr zunächſt wohnt. Das Kloſter ſoll ein Born des Heils ſein, wie dieſer. Laßt uns den Namen beibehalten und das Kloſter Reinhardshorn benennen.

Reinhardsborn! rief der Graf und tauſend Stimmen wiederholten: Reinhards⸗ born!