Teil eines Werkes 
4. Band (1834)
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Run erſchien das hohe Herrſcherpaar, Graf Ludwig und Gräfin Adelheit, von der Blüthe ih⸗ rer Kinder umgeben, ſtattliche Herrn und Da⸗ men, alle in reicher fürſtlicher Kleidung umgeben von den Rittern und Vaſallen Thüringen's und ſehr großemkri egeriſchem Gefolge. Ihr Geſang hieß alſo:

Heute ſei kein Streit geführt,

Gotte zu gefallen.

Und der Schild hängt unberührt

In des Schloſſes Hallen.

Bleibe jede Fauſt heut fern

Von der blanken Wehre!

Dienet heute Gott dem Herrn,

Gott allein die Ehre!

Als der Zug im Thale anlangte, wurde er vom Jubel der Menge begrüßt. Um den Born wurde ein großer Kreis geſchloſſen. Dort war ein tiefer Grund gegraben und die Steinmetze hatten einen großen Ouader zierlich ausgehöhlt, darein legte der Graf eigenhändig ein vom Schloß⸗ kaplan ausgefertigtes Dokument. Dann wurde der Stein verſchloſſen, und der Graf wandte ſich zu den Prälaten mit dieſen Worten;

Wir ſind hier verſammelt, dem allgütigen Gott, ſeinem Sohne und dem heiligen Geiſt