wurden, lieber Junge, weinte ich viel, aber hätte f ich gewußt, wie es eigentlich um meine Eltern
ſteht, ich hätte mir damals das Leben genommen. So hab' ich ihre Umſtände aber nach und nach er⸗ fahren und das Schreckliche ertragen lernen. Und all' unſer Unglück iſt aus der thörichten Sucht 6 meiner Eltern, zu glänzen, ſtandesmäßig zu le⸗ † ben, wie ſie ſich ausdrücken, entſprungen. Gott mag
es der Mutter vergeben, aber ſie iſt hauptſäch⸗ lich an dieſem Elende ſchuld. Der Vater iſt ein 3 beſchränkter Mann, aber die Mutter iſt klug, und hat ſtets das Hausregiment geführt; ſie hätte
dieſen widrigen Thorheiten nicht Alles opfern ſollen. Aber, wie mir geſagt worden iſt, hat ſie den Vater ſtets zum neuen Schuldenmachen verleitet. So iſt es denn mit dem ſtandesge⸗ mäßen Leben ſo weit gekommen, daß uns kein leiſcher ein Pfund Fleiſch, kein Bäcker ein und Brod mehr borgt, daß der Jnde Aron dürftige Penſion meines Vaters nun ſchon drei Irhre vorausgekauft hat, aber nun kei⸗ Kreuzer mehr zahlen will, weil, wie er ver⸗ rt, der Vater keine drei Jahre mehr leben er alſo ſchon jetzt Schaden erleiden werde. s was ſich in unſern vier Wänden zu Geld e ließ, iſt verkauft, ſelbſt Betty, die mit IV 2


