Der König von Spanien. 333
der Adel niedergeworfen, die Fürſten gedemüthigt, dann wollten wir mit den römiſchen Pfaffen bald fertig werden. Das Volk weiß, was es will. Es will ſeine alten deut⸗ ſchen Freiheiten ungeſchmälert, in deren Beſitz ſeine Vä⸗ ter glücklich waren. Aber es fehlt ihm ein Mann, der gleich geſchickt Wort und Schwert für die Volksrechte zu führen verſteht. Es fehlt ihm am Throne des Kaiſers ein Vertreter, der, wenn er nicht gehört wird, ſein An⸗ führer werde. Und dazu ſeid Ihr ganz der Mann. Hat das Volk ſeine alten Freiheiten und Rechte wieder errun⸗ gen, wird es mit dem Papſt und ſeinen Henkern bald fertig werden. Daß der Kampf gegen Rom und die Pfaf⸗ fen nichts hilft, ohne ein freies Volk, das ſich daran be⸗ thätige, das hat die Welt von der Kirchenverſammlung zu Baſel erlebt. Setzte ſie nicht den Papſt ab, reformirte ſie nicht das Kirchenweſen, und wurden in dieſen ſiebzig Jahren, die ſeitdem verfloſſen ſind, die Päpſte nicht ſchlim⸗ mer als zuvor? Hat nicht ein Schandmenſch, wie Alexan⸗ der Borgia, den päpſtlichen Stuhl eingenommen? Nein, nein, mein Freund! Wenn das Volk ſich nicht ſelbſt hilft, und ſei es mit den Waffen, wenn es nicht anders ſein kann, ſo wird ihm nicht geholfen. Das haben die Huſ⸗ ſiten in Böhmen bewieſen. Darum ſchleudert die Brand⸗ fackeln Eures Wortes in das Volk, gegen Papſt und Dunkelmänner, aber auch zugleich gegen die ſchlimmen Fürſten und den verbrecheriſchen Adel. Euer Spahn mit dem Würtemberger bietet Euch dazu die beſte Gelegenheit.


