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Der König von Spanien. 327
Männer und Frauen Augsburgs, die vorzüglichſten Mei⸗ ſterſänger und unter ihnen Hans Sachs, ſo wie andere durch Stand und Kenntniſſe ausgezeichnete Fremde ein— geladen. Die Töne der kaiſerlichen Hofkapelle begrüß⸗ ten die glänzende Verſammlung, aus welcher die Blüthen der augsburger Jungfrauen, weißgekleidet und mit Blu⸗ men und Kränzen geſchmückt, herrlich hervorſtachen. An der Spitze dieſer kleinen Schaar irdiſcher Engel ſtand Konſtantia, ſchön wie der zur menſchlichen Geſtalt gewor⸗ dene Frühling ſelbſt, wie ein in irdiſche Hülle gekleideter reinſter und gnädigſter Schöpfungsgedanke Gottes. Die für den Kaiſer beſtimmte Eſtrade zierten zu beiden Seiten ein paar prächtige Lorbeerbäume, aus den großen Fugger⸗ ſchen Gewächshäuſern in der Fuggerei herbeigebracht.
Als die Muſik ſchwieg, trat Melchior Pfinzig hervor und rühmte in wohlgeſetzter Rede die hohen Verdienſte des Ritters Ulrich von Hutten um die Dichtkunſt, zählte die im Druck erſchienenen oder im Manuſeript bekannt gewordenen Gedichte deſſelben auf und führte einige vor⸗ züglich ſchöne Stellen daraus wörtlich an, erwähnte dann, wie der große Reuchlin ihn neuerlich, in der Vorrede des von ihm edirten Neuen Teſtaments, als einen der ausgezeich⸗ netſten deutſchen Männer erhoben, und wünſchte ſchließ⸗ lich dem Kaiſer Glück, einen ſo trefflichen Dichter ſeinen Unterthan nennen zu können.
Der Kaiſer nahm ſodann das Wort„Sei uns gegrüßt edler Ritter Ulrich von Hutten in der Verſammlung dieſer Edlen


