Der König von Spanien.
nerungen an ſein kurzes hohes Liebesglück und an die herrliche Fürſtin, die es ihm gewährt, poetiſch zu verklären und im Gedicht zu feſſeln; denn in ſeinen ſtillen und ein⸗ ſamen Stunden hing ſein Geiſt mit ſchwermüthiger Wonne immer noch den Gedanken an die ſchöne geliebte Maria nach, die ein paar kurze Jahre ſeiner Jugend mit duften⸗ den Roſen geſchmückt hatte. Sein ſpäteres Leben hatte ja keine wieder zur Blüthe gebracht. Wenn der Unmuth über verfehlte Beſtrebungen und vereiteltes Hoffen, über die tauſend Widerwärtigkeiten, die ihn heimſuchten, ſein Herz zu beſchleichen begann, dann flüchtete er ſich in die Erinnerungsträume an ſeine verſtorbene Liebe und an die kecken Thaten und Wagniſſe ſeiner Jugendzeit und griff zur Feder, um ſie in klangvollen Reimen noch ein⸗ mal vor ſich aufleben zu laſſen. Aber die Sorgen, welche die trüben Ereigniſſe ſeiner ſpätern Lebenstage mit immer größerer Heftigkeit über ihn brachten, ſtörten ihn in die⸗ ſem poetiſchen Schaffen und unterbrachen das Gedicht zu⸗ weilen Jahre lang. Er fürchtete endlich, daß er wohl niemals die ausdauernde Ruhe zur Vollendung deſſelben werde finden können, und übergab deshalb den Plan und den Anfang des Gedichts ſeinem Geheimſchreiber und Rath Melchior Pfinzing, einem gebornen Nürnberger, zur Ausführung. Pfinzing hatte in der letztern Zeit, wo der Kaiſer keinen Krieg mehr führte, in der Nähe und mit Hülfe deſſelben das Gedicht zu Ende gebracht. Es führte den Titel„der Theucghank,“ und unter dieſem Namen


