Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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320 Der König von Spanien.

trat der junge Maximilian als Held des Gedichtes auf, weil er von Jugend auf ſeinen Geiſt auf theuerliche d. i. kühne Gedanken gerichtet. Die ſchöne Maria von Bur⸗ gund war darin alsKönigin Ehrenreich verherrlicht.

Pfinzing war mit dem Manuſeript in ſeine Vater⸗ ſtadt gegangen, wo er es unter ſeinen Augen von dem berühmten Buchdrucker Hans Schönsperger drucken und mit Holzſchnitten verzieren ließ. Das Buch war jetzt vol⸗ lendet, und die Nürnberger Meiſterſängerzunft, die Buch⸗ drucker und Holzſchneider nebſt einer Deputation des Nürn⸗ berger Magiſtrats, denen ſich eine Anzahl Patrizier an⸗ geſchloſſen hatte, brachten es nach Augsburg, um es dem Kaiſer feierlich zu übereichen.

Die Augsburger Zunſt der Meiſterſänger empfing ihre Brüder mit Muſik am Thore und leitete ſie auf ihre Her⸗ berge. Die Meiſterſänger hatten in Deutſchland ſchon über zweihundert Jahre ein ſehr beſcheidenes ſchier kümmerliches Daſein gefriſtet. Aus den Handwerkern in den Städten hervorgegangen, bewegten ſie ſich auch als Dichter, Ton⸗ dichter und Sänger ihrer Lieder in den engen Schranken des Zunftzwanges. Die göttliche Kunſt war unter den Handwerkern zum Handwerk geworden, dem die Form Alles galt, und das ſich kaum eine Ahnung an den ſolche gemeine Feſſeln verachtenden Geiſt der Poeſie zu erhalten vermocht, wie er einſt die Lieder der Minneſinger durch⸗ haucht hatte Der Minneſang wg ein Kind des roman⸗