Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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Der König von Spanien. 317

feierte Held des Tages, und die Theilnahme an ihm ſtei⸗ gerte ſich, als man von den Vorbereitungen erfuhr, welche der Kaiſer traf, den Dichter noch höher zu ehren. Er ritt faſt täglich mit dem Kaiſer auf die Reiherbeize; Maxi⸗ milian zeichnete ihn vor ſeinem Gefolge aus und unter⸗ hielt ſich am liebſten mit ihm. Man ſprach allgemein davon, der Ritter werde ſich mit Konſtantia Peutinger vermählen und am kaiſerlichen Hofe eine hohe Bedienſtung erhalten. Hutten war genöthigt, mehre Einladungen in reiche Häuſer anzunehmen, und ſo ſah man ihn auch eines Tags bei Jakob Fugger. Der alte Leinweber that dem jungen Dichter alle mögliche Ehre an und erbot ſich ſogar, als er durch Peutinger von Huttens Krankheit ge⸗ hört hatte, eine ſeltne Arznei aus dem Morgenlande für ihn kommen zu laſſen. Ulrich konnte aber den Groll nicht überwinden, den er wegen des Ablaßſchachers auf den alten Herrn geworfen, und ſprach ſich ſo frei und offen an der Fuggerſchen Tafel darüber aus, daß er Frau Sibyllen weit mehr gefiel, als Herrn Jakob. Die dicke Frau gönnte es ihrem Ehewirth von Herzen, daß er ſich von einem ſo jungen Blute den Tert alſo mußte leſen laſſen, ohne Erhebliches darauf erwidern zu können, und ſie faßte eine ſolche Zuneigung zu dem freimüthigen Ritter, daß ſie ihm heimlich ein anſehnliches Geldgeſchenk durch Veit Schellenberger zuſchickte, weil ſie gehört hatte, daß es mit ſeiner Kaſſe eben nicht ſonderlich beſtellt ſei. Seine freien Stunden brachte der gefeierte Dichter