Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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316 Der König von Spanien.

Haupt.Steht auf und gebraucht Euer Ritterſchwert fortan nur zum Dienſte des Kaiſes, des wahren Glau⸗ bens und der gekränkten Unſchuld. Für Wahrheit, Tu⸗ gend und Recht! das ſei Eure Looſung.

Ulrrich erhob ſich, beglückwünſcht vom Kaiſer und allen Anweſenden. Peutinger ſchloß ihn in die Arme, wie ein Vater den Sohn.

Ein Banket folgte der Feierlichkeit und der Kaiſer war fröhlich und munter, wie in den Tagen ſeiner Jugend. Es zeigte ſich offenbar, er hatte für den neuen Ritter eine herzliche Zuneignung gefaßt.

Als Ulrich Abends mit ſeinem auf ihn ſtolzen Wirth heim kam, trat ihm die holde Konſtantia, ſchämig er röthend entgegen und richtete im reinſten Lateiniſch einen ſchönen Glückswunſch an ihn. Sie reichte ihm die zarte Hand, und ein ſchmerzlich ſüßes Gefühl durchzuckte ihn. Was waren alle Ehren, alle Gnaden des Kaiſers gegen ihren Beſit! Er las es in ihren Augen er ward von ihr geliebt; er fühlte es an dem wärmeren Pulsſchlag ſei⸗ nes Herzens er liebte ſie; er hörte es an jedem güti⸗ gen Worte ſeines väterlichen Freundes und Wirthes: er werde ihm mit Freunden ſein Kind an das Herz legen. Und der Unſelige mußte vor der ihm geöffneten Pforte

des Paradieſes ſtehen bleiben. Eine grauſame Krankheit,

die er nicht verſchuldet, hielt ihn zurück in ſchmählichen Banden. Er brachte eine ſchlafloſe Nacht zu. Der Ritter von Hutten war in Augsburg der ge⸗

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