Der König von Spanien. 315
ich an mich ſelber denke, indem ich Euch meine Achtung bezeige. Und weil ich eben heute beſonders im Auge habe, was Ihr als deutſcher Edelmann für mich beſonders ge⸗ than habt, ſo will ich Euch auch dafür erſt beſondern Dank abſtatten. Ihr habt in Rom ritterlich für meine Ehre gegen verläumderiſche Franzoſen gefochten, Einer ge⸗ gen Fünf, und ſeid Sieger geworden. Für ſolche That verdient Ihr den Ritterſchlag von Eures Kaiſers Hand. Den Dichter zu belohnen, ſei die Sorge eines andern Tags.“
Auf einen Wink des Kaiſers öffneten ein paar Pagen eine Thür und Ulrichs überraſchtes Auge gewahrte im an⸗ ſtoßenden Saale alle in Augsburg eben anweſenden Rit⸗ ter, welche der Kaiſer zu dieſer Feierlichkeit hatte einladen laſſen.
„Folgt uns, Junker von Hutten!“ ſprach der Kaiſer, ſchritt voran und ſtellte ſich im Saale unter den Thron⸗ himmel. Ulrich, von zwei Freunden geführt, trat ihm nach, die Anweſenden begrüßend. Der Kaiſer ließ ſich ſein Schwert reichen, Ulrich kniete vor ihm nieder, und Marimilian ſprach mit feierlich erhobener Stimme:
„Wir, Marimilian von Gottes Gnaden, Kaiſer und König des heiligen römiſchen Reichs deutſcher Nation, Erzherzog von Oeſtreich, ſchlagen Euch, Ulrich von Hut⸗ ten, hiermit zum Ritter des deutſchen Reichs im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Gei⸗ ſtes!“ Und das Schwert des Kaiſers berührte Ulrichs


