Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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Der König von Spanien. 313

Stirn, als er am folgenden Tage in die kaiſerliche Pfalz trat. Die Kämmerer verbeugten ſich tief vor ihm, alle Diener kamen herbei, ihn zu ſehen. Der Kaiſer empfing ihn im prächtigen Ritterkleide aufrecht ſtehend in der Mitte mehrer Hofherren und Räthe. Peutinger führte den Dich⸗ ter bis an den Teppich, auf welchem der Kaiſer ſtand, und nannte ſeinen Namen; Ulrich beugte das Knie. Mari⸗ milian überblickte mit wohlwollendem Lächeln das einneh⸗ mende Geſicht des berühmten fränkiſchen Junkers und be⸗ willkommte ihn mit einer gnädigen Handbewegung. Die hohe Milde und Leutſeligkeit des Kaiſers war für den reizbaren Dichter bewältigend. Als er das Auge zu dem hohen kaiſerlichen Herrn aufſchlug, erglänzte es im ſchön⸗ ſten Feuer jugendlicher Begeiſterung. Sein ſchwerer Kum⸗ mer war in dieſem feierlichen Augenblicke vergeſſen, den er ſo lang ſchon erſehnt, wo er das mild edle Antlitz des deutſchen Kaiſers ſchaute, in welchem er die zur Perſön⸗ lichkeit gewordene Idee ſeines ſchwärmeriſch geliebten Va⸗ terlandes verehrte.

Junker von Hutten, redete ihn Maximilian an, Ihr habt Euch uns durch die Werke Eures Geiſtes, wie durch die Thaten Eures Armes gleich trefflich empfohlen, und wir wiſſen es Euern Freunden Dank, daß ſie uns auf Eure Verdienſte aufmerkſam und uns zu dem Ihri⸗ gen gemacht haben. Mit großer Befriedigung haben wir uns EuerLob Reuchlins vorleſen laſſen und Eure edle und treffliche Geſinnung ganz daraus kennen gelernt. Ja,