—
Der König von Spanien. 311
ſeinen Kaiſer kämpft! Kein Zweiter dieſer Art möchte im deutſchen Reiche zu finden ſein, und wenn irgend Einer die Ritterwürde verdient, ſo iſt's Ulrich von Hutten.“ Auf dieſe echt kaiſerlichen Worte ſtimmten die meiſten Anweſenden in des Dichters Lob ein, und außer Peutin⸗ ger waren es vorzüglich Spiegel und Stab, die ihm das Wort beim Kaiſer redeten. Peutinger erzählte nun wei⸗ ter Ulrichs abenteuerliche Schickſale, die der leutſelige Kai⸗ ſer mit ſichtlichem Wohlgefallen anhörte. Auch wurde des Gedichtes„das Lob Reuchlins“ erwähnt, das Peutinger im Manuſeript beſaß, und der Kaiſer nahm ihm das Wort ab, ihm daſſelbe am folgenden Tage vorzuleſen und dann den Dichter ihm zuzuführen. Jakob Fugger wiederholte ſeine Bitte, den Junker von Hutten auch in ſein Haus zu bringen. Dem beſcheidenen, vom Schickſal wunderlich umhergeworfenen und ſchwer geprüften jungen Dichter ſchien endlich die Sonne des Glücks lachen zu wol⸗ len. Am Abende dieſes Tags noch war ſein Name im Munde aller vornehmen augsburger Bürger und Bürge⸗ rinnen, und die ſchöne Konſtantia, Peutingers liebliches Töchterlein, wurde um den berühmten Gaſt beneidet, in welchem man bereits ihren künftigen Gemahl erblickte. Ulrich ſaß der ſchönen Konſtantia aber ſtumm gegen⸗ über. Er ſah dem reizenden Kinde wohl träumeriſch in die von ſüßer Anmuth ſtrahlenden Augen, er fühlte wohl ein heftiges Gefühl ſeine Bruſt beklemmen, aber dann wandte er ſich ab, das Auge voll Thränen, und ein


