310 Der König von Spanien.
lins und einer der kräftigſten Feinde der Dunkelmänner erwähnt und berichtet, daß Reuchlin ihn in der Vorrede ſeiner kürzlich erſchienenen Ausgabe des Neuen Teſtaments unter mehren ausgezeichneten Deutſchen hoch erhoben und gerühmt habe.
Der Name des Dichters und die Bezeichnung Dun⸗ kelmänner veranlaßten den Kaiſer zu der Bemerkung, nie⸗ mals habe ihm ein Buch mehr Freude gemacht und ihn zu größerm Lachen gezwungen, als die Briefe der Dun⸗ kelmänner, als deren Verfaſſer man ihm den Junker Ul⸗ rich von Hutten genannt habe, ſo daß er ſehr wünſche, dieſen vortrefflichen Dichter kennen zu lernen.
„Dieſer Wunſch Ew. Majeſtät kann zu jeder Stunde erfüllt werden,“ verſetzte Peutinger,„denn der Junker iſt, vor kurzem aus Italien zurückgekehrt, eben mein Gaſt, und glüht vor Begeiſterung, ſeinem Kaiſer ſeine perſön⸗ liche Ehrfurcht zu bezeigen.“
Der Kaiſer ſprach ſeine Freude darüber aus und er⸗ kundigte ſich nach Huttens Familienverhältniſſen und Schick⸗ ſalen, und Peutinger nahm davon Gelegenheit, ihm den Kampf des wackern Junkers mit den fünf Franzoſen zu etzählen. Dieſer Charakterzug gefiel dem Kaiſer unge⸗ mein wohl.„Fürwahr!“ rief er vergnügt,„daraus er⸗ ſehe ich, daß es noch manch junges deutſches Blut gibt, das für meine Ehre das Leben in die Schanze ſchlägt. Das nenn' ich mir aber einen deutſchen Junker, der mit dem Schwert und der Feder gleich ſtark und muthig für
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