Der König von Spanien. 309
gelehrten Tiſchgeſellſchaft in ihrem Hauſe zu ſpeiſen, zu⸗ mal ſie in der That dieſe Ehre nicht ſonderlich hoch an⸗ ſchlug. Sie zog es vor, das Küchenregiment zu führen.
Dem Kaiſer zunächſt ſaßen Jakob Fugger und Kon⸗ rad Peutinger. Die Unterhaltung betraf nur gelehrte Ge⸗ genſtände, den Streit der Reuchliniſten mit den Domini⸗ kanern und die Entſcheidung des Papſtes. Der Kaiſer ſprach ſich entſchieden zu Gunſten der jungen Gelehrſam⸗ keit aus und fügte bittere Bemerkungen über das Pfaf⸗ fenweſen und den Ablaßkram in Deutſchland hinzu. Er beklagte ſich über den Erzbiſchof von Mainz, der als ein ſo junger Mann die humaniſtiſchen Wiſſenſchaften liebe und fördere, ihre Bekenner fürſtlich unterſtütze, und doch zu gleicher Zeit päpſtlicher Ablaßpächter geworden ſei und ſomit das unverſchämte Treiben der Dominikaner begün⸗ ſtige, während in Spanien der Cardinal und Erzbiſchof Fimenes, als ein alter Mann, der die Wiſſenſchaften ebenfalls mit fürſtlicher Freigebigkeit bedenke, und ſogar eine neue Univerſität zu Alecala geſtiftet und aufs Herr⸗ lichſte ausgeſtattet habe, die Zumuthungen des Papſtes in Betreff des Ablaſſes entſchieden zurückgewieſen habe und in ganz Caſtilien keinen Ablaßkrämer dulde, und doch gäbe es in der ganzen Chriſtenheit keinen frömmern, glau⸗ benseifrigern und für die Religion begeiſtertern Prieſter als ihn.
Bei dieſer Gelegenheit wurde von einem der Gäſte Ulrich von Hutten als einer der kühnſten Freunde Reuch⸗


