Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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Der König von Spanien.

ſich nicht mehr fern von dieſer in dem tiefen Thalkeſſel, wo die von den tiroler Bergen herabſtürzenden Flüſſe Etſch und Eiſach ſich vereinigen, maleriſch gelegenen, dem Bi⸗ ſchof von Trient gehörigen Stadt. Bald mit ſeinem ſin⸗ nigen Auge in den Reizen der ihn umgebenden Natur ſchwelgend, bald träumeriſch in ſich ſelbſt verſinkend, hatte der ſtattliche Reiter anfangs nicht bemerkt, daß ſich die Straße allmälig mehr und mehr mit Landleuten belebte, doch bald fiel ihm auf, daß er endlich ganze Schaaren derſelben einholte, welche ſonntäglich geſchmückt der Stadt zuzogen. Auch führte zu gleicher Zeit die von den Ber⸗ gen herab ihm entgegen wehende Luft das wohlklingende Geläute aller Glocken der Stadt in ſein Ohr. Es mußte alſo irgend eine kirchliche Feier in Botzen ſtatt finden. Um ſich darüber Gewißheit zu verſchaffen, wandte er ſich an einen Trupp kräftiger und blühender tiroler Mädchen, welche ſingend des Wegs zogen, und fragte ſie nach der Urſache des Glockengeläutes und der zahlreichen Wan⸗ derung.

„Ei Herr,“ verſetzte eine von Geſundheit und Lebens⸗ luſt ſtrotzende Schöne,„wißt Ihr nicht, daß in Botzen Meſſe iſt, und daß heute Nachmittag ein hochwürdiger Gnadenprediger einzieht und in den nächſten Tagen die Heilszettel des Papſtes zur Vergebung der Sünden dort verkauft?“

„Ha, ein Ablaßkrämer zu den Meßkrämern!“ ſagte der Reiter mit heftigem Ausdruck, und ſein Geſicht ver⸗

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