Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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Achtzehntes Rapitel.

Zu Anfang des Sommers in demſelben Jahre ritt eines Nachmittags ein einfach, obwohl ziemlich vornehm geklei— deter Reiter auf der großen Heerſtraße, die am Ufer der Etſch aus der Lombardei herauf durch die Grafſchaft Ti⸗ rol nach Augsburg und weiter ins deutſche Reich führte. Er war noch ein junger Mann von etwas trotzigem An⸗ ſehen, von mittler Größe, einem runden anziehenden Ge⸗ ſicht, mit großen, geiſtreichen, kühn blickenden Augen. Dem Rößlein wie dem Reiter war es anzuſehen, daß der Letztere nicht zu den Lieblingen des goldausſtreuenden Glücks gehörte. Auch war er allein; kein Knecht begleitete ihn, wie meiſt doch den geringſten Junker. In der erſten Dämmerfrühe des Morgens war er in Trient, wo er übernachtet oder wohl ein paar Tage verweilt hatte, auf⸗ gebrochen und hatte im herrlichen, mit allen Zaubern des norditalieniſchen Frühlings geſchmückten Thale ſcharf bei⸗ gelegt, um Botzen am frühen Nachmittag zu erreichen, wo er ſein Nachtloſament nehmen wollte. Jetzt befand er 19*