Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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286 Der König von Spanien.

damit eine hübſche Summe gewinnen könnte? Mußte nicht dem ganzen Fuggerſchen Hauſe an ihrer Standeserhöhung liegen, um dadurch ſelbſt zu höhern Ehren zu gelangen, und durfte das Opfer dafür irgend zu groß ſein? Und lag ihr endlich nicht ein glänzendes Beiſpiel nahe? War nicht jene Agnes Bernauer, welche die Gemahlin des Gra⸗ fen Albrecht von Vohburg, Sohnes des Herzogs Ernſt von Baiern geworden war, auch eine Augsburgerin ge⸗ weſen, und noch dazu die Tochter eines unbedeutenden Baders? Was vor achtzig Jahren einer Baderstochter ge⸗ lungen war, ſollte das heute nicht der Tochter des Fug⸗ gerſchen Hauſes gelingen? Wie ſie auch die Sache über— legen mochte, ſie fand die ſchöne Erfüllung ihrer Wün⸗ ſche nicht nur möglich, ſie fand ſie ſehr wahrſcheinlich, ja gewiß. Dies waren die Gedanken, mit denen ſie ſich fort und fort beſchäftigte. Daneben bot ſie alle die kleinen Künſte der Gefallſucht auf, um den Markgrafen feſt und feſter in ihr Netz zu ziehen, und als er ihrer verliebten ſpeculativen Ungeduld ſich nicht ſchnell genug erklärte, bil⸗ dete ſie ſich ein, die Gegenwart ihrer Schweſtern, die ihr freilich nicht von der Seite wichen, halte ihn davon ab. Sie ſann alſo auf Mittel und Wege, wie ſie mit dem Markgrafen allein ſein könnte, und es fiel ihr kein an— deres ein, als ein Beſuch bei ihrem Bruder Ulrich in Schwaz. Sie wollte dieſen Beſuch vorſchützen, ohne ſich ſogleich dorthin zu begeben, oder ſie wollte von dort aus mit dem Markgrafen an einem dritten Orte in der Nähe