Der König von Spanien.
„Wohl, ſo ſei es!“ ſagte Fugger, der in dem Vor⸗ ſchlage ein gutes Geldgeſchäft für ſich ſah; denn er be⸗ griff ſogleich, daß der Kurfürſt ihm unter dieſen Um⸗ ſtänden ungewöhnlich hohe Zinſen zugeſtehen müſſe Der
Markgraf ließ alſo die beiden Geſchäftsmänner allein und.
eilte, froh, die läſtige Sache auf dieſe Weiſe abgemacht zu ſehen, dahin, wohin ihn das Herz zog, zu den im Hauſe verſammelten ſchönen jungen Frauen. Während die beiden Gelehrten ſich mit Aufſtellung der Bibliothek beſchäftigten, und Dürer mit Bübenhoven die maleriſche Gegend durchſtreifte, fand der ritterlich galante Markgraf eine willkommene Aufnahme und die gewünſchte Unter⸗ haltung in den Gemächern des ſchönen Geſchlechts. Hier zeichnete er bald die ſtolze Suſanne Fugger aus und plauderte mit ihr von den Annehmlichkeiten Augsburgs, das unter den deutſchen Städten hinſichtlich der Vergnü⸗ gungen und der geiſtig⸗ſinnlichen Regſamkeit damals die erſte Stelle einnahm.
Die eitle, auf ihre Schönheit eingebildete Suſanne nahm die Huldigungen des gewandten Fürſten mit un⸗ verkennbarem Wohlgefallen auf und kam ihnen bald ge⸗ nug auf eine Weiſe entgegen, die den Tadel ihrer Schwe⸗ ſtern, den beſcheidnen Sibylla's und den ſtrengen Anna's, auf ſich zog. Aber Suſanne's eitles und verliebtes Herz⸗ chen hatte nicht nur gleich beim Erſcheinen des wohlgebil⸗ deten und ritterlich feinen Prinzen Feuer gefangen und wallte bald von Leidenſchaft für ihn über, auch ihr nied⸗
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