Der König von Spanien.
dieſe Materie vollkommen theilen ſollte. Aber er iſt ſo wenig von der einen Seite in Vorurtheile verſtrickt, wie von der andern. Er ſteht wie der Papſt über den Par⸗ teien und ſieht im Ablaß nicht nur ein nothwendiges, un⸗ vermeidliches Uebel, ſondern auch das Förderungsmittel der Wiſſenſchaften und Künſte.“
„Das iſt eine vortreffliche Auskunft!“ lachte Fug⸗ ger.„Und wahrlich ſie leuchtet mir ein. Ihr habt Recht.“
„Und wenn nicht der erſte deutſche Erzbiſchof den Pacht des Ablaſſes übernimmt,“ miſchte ſich jetzt der päpſtliche Kämmerer ins Geſpräch,„ſo ſind hundert italie⸗ niſche Prälaten bereit, den Pachtvertrag mit Seiner Hei⸗ ligkeit einzugehen, wie der eben abgegangene Probſt Ar⸗ eimbaldi. Der Ablaßhandel wird darum in Deutſchland nicht aufhören, wenn kein Deutſcher ihn übernimmt. Der Unterſchied iſt dann nur, daß auch die andere Hälfte der Einnahme außer Land geht, während ſie jetzt in die Kaſſe des Kurfürſten von Mainz fließt, der damit in Deutſch⸗ land Gutes ſtiftet, deutſche Gelehrte und Künſtler unter⸗ ſtützt und den deutſchen Namen verherrlicht.“
„Fürwahr, dieſer Grund iſt entſcheidend,“ ſagte Fug⸗ ger beſtimmt.„Man muß unter zwei Uebeln das leich⸗ tere wählen.— Wie meint nun Euer durchlauchtiger Herr Bruder mich ſicher zu ſtellen, Herr Markgraf, wenn ich auch noch die zehntauſend Dukaten herſchieße, damit er den Ablaßpacht überkommt?“
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