Der König von Spanien.
„Und dieſe iſt?“
„Der Papſt muß ſehr wahrſcheinlich des Geldes eben ſo dringend bedürfen, wie der Kurfürſt; denn er hat dieſem zur unerläßlichen Bedingung des vortheilhaften und einträglichen Handels gemacht, daß bis zu Johannistag zehntauſend Dukaten im voraus bezahlt werden. Dieſe
Summe kann der Kurfürſt ſo wenig aus eignen Mitteln
aufbringen, wie die Palliengelder. Er läßt Euch daher durch mich erſuchen, ihm dieſelbe ebenfalls zu leihen. Die zweite Schuld muß das Mittel ſein, daß er die erſte und die andere bezahlen kann.“
„Es kommt mir nicht zu, mich tadelnd darüber aus⸗ zuſprechen, daß Eueres Herrn Bruders Durchlaucht ſich auf ſolchen Handel eingelaſſen. Der Ablaßkram iſt ein Recht des Papſtes, und ich verehre in Demuth alle päpſt⸗ lichen Rechte. Ihr habt aber geſtern ſelbſt gehört, wie meine übrigen Gäſte ſich über den Ablaßhandel ausſpra⸗ chen. Und das iſt die Stimme aller verſtändigen und gebildeten Leute im Reiche, ja es iſt die der kaiſerlichen Majeſtät ſelber. Seit vierzig Jahren und länger ſeufzt und wehklagt der edle Maximilian über die ungeheuern Summen, welche für Pallien, Annaten, Bullen und Ab⸗ laßbriefe fort und fort aus der deutſchen Unterthanen Taſchen gezogen werden. Wahrlich ich wollte, der Kur⸗ fürſt gäbe mir andere Mittel und Wege an, mich zu be⸗ friedigen.“
„Er hat keine andern,“ entgegnete der Markgraf


