Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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Der König von Spanien. 279

„Ich muß in meinem Geſchäft ſtreng auf Ordnung und Pünktlichkeit halten; denn ſie ſind die Lebensbedin⸗ gungen deſſelben. Des Kurfürſten Durchlaucht verbriefte ſich mir, nicht nur die Zinſen pünktlich zu entrichten, ſondern auch jährlich einen Theil des Kapitals abzu⸗ ſtoßen.—“

„Es würde zu nichts führen,“ fiel ihm der Markgraf ins Wort,„wenn ich Euch des Breitern auseinander ſetzen wollte, daß mein Bruder außer Stand geweſen iſt, ſeinen Verpflichtungen gegen Euch nachzukommen. Genug, er hat ſeine Stifter ſchwer verſchuldet übernehmen müſſen und muß doch einen ſeiner hohen Fürſtenwürde ange⸗ meſſenen Hofhalt führen. Die Hauptſache iſt, daß er von nun an vermag, Euch gerecht zu werden, wenn Ihr ſelbſt ihm dazu helfend die Hand reicht.“

„Laßt mich ſeine Vorſchläge hören!“

„Der Kurfürſt iſt, wie Euch bekannt ſein wird, zu Anfang dieſes Jahres zum päpſtlichen Nuntius und apo⸗ ſtoliſchen Generalkommiſſär vom heiligen Vater ernannt worden. Er hat den Ablaßhandel in einem großen Theile des deutſchen Reichs gegen die Hälfte des reinen Ertrags vom Papſt gepachtet. Von dieſem Ertrag will mein Bruder Euch bezahlen. Ihr ſollt den dritten Theil ſeiner aus dem Ablaßhandel gezogenen Einkünfte ſo lange er⸗ halten, bis die Schuld getilgt iſt. Doch iſt daran noch eine Bedingung geknüpft, die Euere beſondere Hülfe noch in Anſpruch nimmt.“