Der König von Spanien.
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ſchreienden Buben mit beiden Händen, hob ihn empor, heulte ihm ins Geſicht und ſchickte ſich an, ihn todt zu beißen oder ihm den Hals um zu drehen. Sobald ihr aber ihr Beichtvater einige begütigende Worte zugerufen hatte, verwandelte ſich ihre Wuth ſchnell in Zärtlichkeit. Sie ſetzte den Knaben, den man vorher Philipp umge⸗ tauft hatte, auf ihr Polſterbett, weinte und lachte unter⸗ einander auf ihn los, liebkoſete ihn und gab ihm die ſüßeſten Namen. Vorzüglich angenehm ſchien es ihr zu ſein, daß der Knabe Philipp hieß, und die Vorſicht des Arztes, den Martin in einen Philipp umzuwandeln, be⸗ währte ſich auf das Trefflichſte. Schon glaubte Don Nicolo über die Hauptſchwierigkeit hinaus zu ſein, aber die Häßlichkeit des Knaben und ſein trotziges, tölpel⸗ haftes Betragen erregten bald das Misfallen und endlich ſogar den Widerwillen der Königin. Hätte der Junge verſtanden, ſich in die allerdings oft wunderlichen Launen der geiſteskranken Frau zu fügen, wir würden einen beſ⸗ ſern Erfolg erzielt haben. Nach ſechs Wochen litt ſie ihn aber nicht mehr um ſich; ſeine Gegenwart machte den übelſten Eindruck auf ſie, und wir mußten fürchten, ihren Zuſtand durch ihn zu verſchlimmern. Genug, auch dieſer Plan mislang. Der Knabe wird jetzt von den Mönchen des Kloſters Santa Clara erzogen, und ſo nah er auch der un⸗ glücklichen Frau iſt, ſo hat ſie ihn doch nicht wieder geſehen.“
„Wir mußten darauf gefaßt ſein, daß auch dieſer Plan zu Waſſer werden würde, und müſſen uns jetzt mit


