Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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Der König von Spanien. 15

Don Hernandez nickte im Einverſtändniß, als wiſſe er wohl, wohin ſie ziele und was ſie nicht auszuſprechen wage; denn er hatte ſeinen Haß gegen König Philipp auf deſſen Sohn übergetragen, und es war ihm, wie vie⸗ len ſeiner Landsleute, ein bitterer Gedanke, dennoch einen Ausländer, und noch dazu einen Oeſtreicher, die ſpaniſchen Kronen tragen zu ſehen.

Der Probſt glotzte grinſend vor ſich hin und über⸗ legte, auf welche Weiſe er unter ſolchen Umſtänden einen Biſchofsſtab erlangen ſollte.

Wie aber ſteht es mit unſerm zweiten Plane? fragte die Gräfin ihren Landsmann,ich meine mit der Heilung der Königin Juana? Hat der Knabe, den ich Euch geſchickt, die Wirkung auf ihren verdüſterten Geiſt hervorgebracht, welchen die Aerzte und vorzüglich Don Nicolo, das Licht aller ſpaniſchen Heilkünſtler, erwar⸗ teten?

In der That, antwortete Hernandez,es ſchien an⸗ fangs, als ſollte Don Nicolo's ſpitzfindige Weisheit Recht behalten, und er ſchickte ſich ſchon an, zu triumphiren. Denn ganz außerordentlich war die Wirkung, welche der Anblick des häßlichen Jungen auf die Königin hervor⸗ brachte, ſobald ſie erfuhr, wer er ſei. Mit dem gellen⸗ den Schrei einer Hyäne ſtürzte die tiefſinnige Frau auf den Tölpel los, und es war wirklich, als ob auch die Blutgier eines hungrigen Raubthiers in ihr erwacht ſei. Sie faßte den zum Tod erſchrockenen und jämmerlich