Der König von Spanien.
14
noch ſtark und läßt ſich durch keine Widerwärtigkeit beu⸗ gen. Noch geb' ich den Plan nicht auf, und ſo lange nicht, als dem König der Athem ein- und ausgeht. Ich will ſelbſt nach Spanien. Hier hab' ich nichts mehr zu ſchaffen. Ihr habt mich an einen ſo trefflichen Freund in dem Probſt Innocenz empfohlen, daß ich es Euch nicht genug Dank wiſſen kann. Der hochwürdige Herr iſt ein treuer Anhänger unſerer Sache.“
Der Probſt polterte, aufs Höchſte geſchmeichelt, eine plumpe Dankſagung und ſchwur, wie ein Bovotsknecht, er lebe nur im Dienſte ſeiner ſchönen Freundin.
„Da unſere Angelegenheit hier alſo einen ſo guten Beſchützer hat,“ fuhr die Gräfin anmuthig lächelnd fort, „und Ihr, Senjor, auch hinzugekommen ſeid, ſie weis⸗ lich zu fördern, ſo bin ich entbehrlich und will in Spa⸗ nien mein Glück verſuchen. Hier habt Ihr nur mein Werk fortzuſetzen, den jungen Herrn, der unſer König ſein wird, und ſeine Umgebung, die ihn lenkt und leitet, gegen den ſtolzen Geiſt der Spanier und vorzüglich gegen die Freiheiten und Vorrechte des Adels und des Volks einzunehmen. Sie hören hier dieſes Lied gar gern ſin⸗ gen; denn es iſt daſſelbe, welches Philipp anſtimmte, und deſſen Weiſe ja von Ferdinand und Iſabella erfunden wurde. Es iſt das Lied aller Könige. Ich hoffe, es ſoll uns gelingen, es den jungen Gimpel ſo pfeifen zu leh⸗ ren, daß, wenn er wirklich König aller Königreiche wird, die ſtolzen Spanier es nicht ertragen können.“


