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Der König von Spanien.
ein Mann, der zehn Jahre früher hier eine zweideutige Rolle geſpielt hatte und Vielen noch bekannt war. Es war Don Hernandez de Villaquiran, den König Philipp als überführten Spion des Königs Ferdinand eine Zeit lang in hartem Gefängniß gehalten hatte. Doch dieſe Tage waren vorüber, und man erfuhr von andern Ca⸗ ſtiliern, daß Don Hernandez keineswegs in freundlichen Beziehungen zum König Ferdinand ſtehe. Er ward von der Erzherzogin Margaretha, die allein genau von den frühern Schickſalen dieſes Granden unterrichtet war, mit gewohnter Huld und Milde empfangen und bei Hof vor⸗ geſtellt. Der Erzherzog Karl behandelte ihn mit derſel⸗ ben Auszeichnung, wie alle andern Spanier. Am Abend des Tags ſeiner Ankunft wurde der Caſtilier von ſeinem alten Freunde, dem Probſt Innocenz, bei der Gräfin Car⸗ dona eingeführt. Die Augen der ſchwarzen Matty leuch⸗ teten in boshafter Freude, als ſie den ihr immer noch verhaßten Pfaffen mit dem Spanier, dem ſie einſt mit dem Zigeuner Antonio Cebes gemeinſchaftlich einen ſo ſchlimmen Streich geſpielt hatte, und den ſie ſogleich wie⸗ der erkannte, eintreten ſah. Der finſtere Caſtilier und die Gräfin begrüßten ſich ebenfalls als alte Bekannte mit einer gewiſſen Herzlichkeit.
„Endlich!“ rief die reizende Agnes, bei ſeinem An⸗ blick und reichte ihm zum Willkommen die Hand.„Seit einem ganzen Monat warte ich auf Euch. Was bringt⸗ Ihr mir für Kunde aus unſerm Vaterlande?“


