Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
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* Der König von Spanien. 3

Und der Herzog ſchien ganz geeignet, die kühnſten Pläne des nach Gold, Ehren und Vergnügungen gierigen Adels überſchwenglich zu befriedigen. Er war ſo lenk⸗- und leit⸗ ſam, daß die hohen Würdenträger mit ihm machen konn⸗ ten, was ſie wollten; eignen Willen ſchien er kaum zu beſitzen. Der leichtſinnige, prachtliebende, leichtbeherrſchte Philipp ſchien in ſeinem Sohne wieder aufgelebt, und der niederländiſche Hofadel durfte hoffen, daß das Stück in Spanien, das ihm ſo viel eingebracht, da fortſpielen werde, wo es vor zehn Jahren zu ſeiner großen Beſtür⸗ zung ſo unerwartet unterbrochen worden war. Vorzüg⸗ lich einflußreich zeigte ſich das mächtige Haus Croy, und Wilhelm von Croy, Herr von Chievres, ſchon ſeit lange Oberhofmeiſter des niederländiſchen Hofes und Comman⸗ dant von Brüſſel, ein geld- und ehrgieriger Mann, war eigentlich das regierende Haupt des Landes, und ſeine Brüder und nächſten Verwandten kamen allmälig in den Beſitz der erſten Hof- und Staatsämter, und wie er ſelbſt zu ungeheurem Reichthum.* Die Erzherzogin Margaretha lebte mit ihrem kleinen Hofſtaate zurückgezogen auf ihrem Schloſſe in Löwen und kam nur bei beſondern Veranlaſſungen nach Brüſſel; ſie miſchte ſich nicht in Regierungsangelegenheiten, obgleich es allgemein als eine ausgemachte Sache betrachtet wurde, daß ſie, ſobald ihr Neffe als König nach Spanien gehen würde, wieder zur Statthalterin beſtimmt ſei. Auch konnte füglich Niemand weiter zur Statthalterſchaft gelangen, da 1