268 Der Herzog von Burgund und Niederland.
falls, wie chriſtlichen Königen wohl anſtehe, verhalten wollten.
Hierauf ging die Verſammlung zur Tafel. Abends war Tanz, bei welchem die Prinzeſſin Maria von Spa⸗ nien zuerſt aus ihrem Loſament im Palaſt des Grafen von Cilli von ihrem Hofmeiſter und Hofſtaat begleitet, von vielen Grafen und Herren auf die Burg eingeholt, den Gäſten vorgeſtellt wurde. Sie ließ dieſelben vom Probſt von Waldkirch in einer Rede bewillkommnen, welche Peter von Premislav auf König Sigismunds Befehl be⸗ antwortete. Dann nahm die liebliche Maria zwiſchen den beiden ungariſchen Königskindern Platz, und der Tanz begann.
Die beiden folgenden Tage wurden mit Berathſchla⸗ gungen über die bevorſtehende Handlung ausgefüllt; der Adel übte ſich in ritterlichen Spielen.
Der Tag Mariä Magdalenä, der 22. Juli, wurde zur Vermählung der königlichen Kinder beſtimmt.
Um neun Uhr zogen die Könige nach der Stephans⸗ kirche; dieſe war mit niederländiſchen Tapezereien köſtlich verhängt und die Geſtühle mit güldenem Stück ausge⸗ ſchlagen. Der Kaiſer und die Könige nahmen ihre Stellen zur rechten Seite des Chors; nächſt ihnen ſtand Prinz Ludwig. Darauf folgten in der Ordnung mehre Reichs⸗ fürſten, Geſandte und die vornehmſten ungariſchen, pol⸗ niſchen und böhmiſchen Herren. Auf dem Geſtühle mitten im Chor nahmen die beiden Prinzeſſinnen ihren Sitz, und


