Der Herzog von Burgund und Niederland. 267
weſen, ein mächtiges Heer wider den Erzfeind der Chri⸗ ſtenheit ins Feld zu führen und die herrlichen chriſtlichen Länder, welche die Türken in ihre Gewalt bekommen, wieder zu erobern. Wiewohl er nun ſolches zeither ſtets mit Mund und Herzen gewünſcht, auch deſſen öfter gegen die Reichsſtände erwähnt, ſo habe er doch wegen der Kriege, zu welchen er durch die Könige von Frankreich, die Herzoge von Geldern und Venedig und andre ſeine und des Reichs Feinde genöthigt worden, zur Vollziehung dieſes ſeines Vorhabens niemals gelingen können. Nun gab er ſieben Wege an, wie die Türken zu beſiegen ſeien, und verbreitete ſich über die Mittel, durch welche die Zwie⸗ tracht in der Chriſtenheit aufgehoben und die Potentaten mit einander vereinigt werden könnten. Endlich ermahnte er beide Könige, daß ſie, in ihre Länder zurückgekehrt, nach ſolchen Mitteln und Wegen trachten wollten, damit ein längſt erwünſchter Kriegszug einmal ins Werk geſetzt werden möchte, wozu er Leib und Gut und Alles, was der höchſte Gott ihm verliehen, getreulich dranzuſetzen er⸗ bötig und geſonnen ſei.
Die ganze Verſammlung war tief ergriffen, Manche bis zu Thränen gerührt. Der Cardinal von Gran, als päpſtlicher Legat, nahm das Wort und dankte dem Kai⸗ ſer im Namen beider Könige und der ganzen Chri⸗ ſtenheit für Sr. Majeſtät guten und allergnädigſten Wil⸗ len mit dem Erbieten, daß beide gegenwärtige Könige nebſt andern hohen Potentaten der Chriſtenheit ſich dies⸗


