Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der Herzog von Burgund und Niederland : 1. Theil (1848)
Entstehung
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Der Herzog von Burgund und Niederland⸗

genährten Krämern etwas abzunehmen von ihrem Ueber⸗ fluß. Den übrigen Herrn Königen ging's gerade ſo, wie ihm. Auch ihnen war der übermüthige Prunk der Vene⸗ tianer unerträglich, und Jeder von ihnen hatte wol ſchon lange darüber gegrollt. Sie waren und ſind alle länder⸗ und goldgierig, was eine Krone trägt, das weiß Niemand beſſer als ich, der ich lange genug um gekrönte Häup⸗ ter geweſen bin und Republiken ſind den Königen zu allen Zeiten verhaßt geweſen. Als nun König Lud⸗ wig bei ihnen anfragen ließ, ob ſie ſich nicht mit ihm verbinden wollten, um den Venetianern abzuzwingen, was ihnen nicht gebühre, da waren ſie gleich alle zu ſolchem Bündniß bereit.

Frau Sibylle nickte pfiffig, krabbelte ihren Mops und ſagte:Ja, wenn's ein Huhn zu rupfen gibt, kommen alle Geier friedlich herbei; über dem Theilen werden ſie aber uneins.

So geſchah es auch hier wieder, bemerkte der Junker.

Ich kann den venetianiſchen Hageprunk nicht leiden, ſo wenig wie den, der auch bei uns aufgekommen iſt, ſo daß Bürger und Edelleute nicht mehr vor Hochmuth wiſ ſen, womit ſie ſich behängen und was ſie eſſen und thun ſollen, während der gemeine Mann am Hungertuche nagt und die Blöße nicht bedecken kann, fuhr die Kaufmanns⸗ frau fort,und wenn Meiſter Jakob ſo ein Alfanzer wäre, ich zög' ihm aus dem Hauſe; aber was ging's den Her⸗ ren Königen an, wenn die Narren in Venedig ihr erwor⸗