Der Herzog von Burgund und Niederland. 13
benes Geld auf eine unnütze Weiſe verthaten? Sie ga⸗ ben ihnen nichts dazu. Laſſen ſich's etwa die Könige weh⸗ ren, wenn ſie Dummheiten machen, und machen ſie der— ſelben nicht etwa genug? Nun iſt nur der erhebliche Un⸗ terſchied, daß die Venetianer ihr Geld redlich durch Han⸗ del und Wandel verdient haben, die Könige aber haben's ihren Unterthanen abgenommen. Jeder kann mit ſeinem Eigenthume machen, was er will.“
„Dieſer Meinung ſind alle billig denkenden und ver⸗ nünftigen Leute,“ beſtätigte Bübenhoven.„Um ſo ab⸗ ſcheulicher war das Bündniß, welches König Ludwig von Frankreich, Kaiſer Marimilian,(„Ja, ja, er nimmt's auch gern, wo er's haben kann, und die Venetianer ha⸗ ben ihn getückt, als ſie ihm den Weg nach Rom verleg⸗ ten, wo er ſich die Kaiſerkrone holen wollte,“ lachte Frau Sibylle dazwiſchen), König Ferdinand von Aragonien und der Papſt Julius nebſt mehren kleinen Fürſten, blind ge⸗ gen Recht und Billigkeit, mit einander zu Kamerich in Frankreich— es werden nun fünf Jahre— abſchloſſen (der Papſt trat erſt ein Jahr ſpäter dazu), um, wie ſie ſich ausdrückten, die Länder Venedigs, welche dieſer Staat ihnen geraubt habe, zurück zu verlangen. Der Papſt ge⸗ ſellte ſich nur bei, um die ſtolzen Venetianer gedemüthigt zu ſehen. Aus dieſem unſeligen Bündniß iſt nun das widerwärtige Durcheinander von Kriegen entſtanden, wel⸗ ches die Welt ſeit vier Jahren verwirrt und unſägliches
Unglück über Länder und Menſchen gebracht hat. Denn


