Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der Herzog von Burgund und Niederland : 1. Theil (1848)
Entstehung
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10 Der Herzog von Burgund und Niederland.

ſchon lange mir gewünſcht habe, fuhr die Hauswirthin mit ausnehmender Freundlichkeit fort, und ſie legte ihre flei⸗ ſchige Hand mit mütterlicher Vertraulichkeit auf Bübenho⸗ ven's Schulter.Ihr werdet gern mit mir über die Dinge plaudern, die draußen in der Welt vorgehen, und mir Bericht ſagen über die neue Zeitung; ihr werdet nicht un⸗ wirſch werden über mein ſchwaches Gedächtniß und ihm zu Hülfe kommen, wo's hapert. Gebt mir Eure Hand drauf, Junker, daß Ihr Euch nicht verſchwören wollt ge⸗ gen die Neugierde einer alten Frau! Es ſoll Euer Schade nicht ſein, ſetzte ſie bedeutungsvoll lächelnd hinzu.

Bübenhoven ſchlug ein, und der Becher wurde von bei⸗ den noch einmal auf das neue Bündniß geleert. Wäh⸗ rend nun die Pathe Tiſch und Küche beſorgte und ihres⸗ theils eben ſo großen Antheil an dem neuen Ankömmlinge nahm, als ihre Gotte, obgleich ſich Beider Gefühle auf höchſt verſchiedene und einander ſchmurſtracks entgegenge⸗ ſetzte Art äußerten, ſpann ſich das Pwiegeſpräch zwiſchen den beiden Hauptperſonen fort.

Nun ſo ſagt mir nur mit wenigen Worten, lieb Junkerlein, wie verhält ſich das mit der heiligen Ligue und wieder mit einer andern Ligue, die mein Alter die von Kamerich genannt hat, und gebt mir endlich Aufſchluß, wer jetzt Freund und Feind bei den Herren Königen iſt?

Ihr wißt doch, werthe Frau, begann Bübenhoven bereitwillig ſeine Lectionen und kam bald genug in den rechten Docententon, während die Blicke ſeiner aufmerk⸗