8
keinen Mund voll Brod und keinen Schluck Wein von ihrer Tafel. Sind ſie Feind, müſſen es Land und Leute entgelten; ſie ſtecken dem Bürger und Bauer den rothen Hahn aufs Dach und ſchonen das Kind im Mutterleibe nicht. Und wer muß denn den großen Hanſen, den Edel— leuten und dem Pfaffenvolk, die alle beiſammenhalten ge— gen die armen Leute und ſie bis aufs Blut ſchinden; wer muß ihnen den praſſeriſchen Tiſch beſtellen und Truhe und Keller füllen, wer muß ihren lüderlichen Kriegsknechten den Sold zahlen und ihre Schlöſſer und Burgen bauen? Eben der gemeine Mann muß es thun, deſſen Todfeinde ſie ſind.“
„Ihr ſprecht ja, wie die Bauern jetzt zu reden pfle⸗
Der Herzog von Burgund und Niederland.
gen,“ warf Marx verwundert ein. gen,
„Ei, es freut mich baß, daß das dumme Bäuerlein auch gemach anfängt klug zu werden und zu begreifen, daß es von den Herren für nichts gehalten wird, denn als Laſtthier, und durch Lug und Trug um alle Gerechtſame und alte Freiheit gebracht worden iſt.“
„So viel ich weiß, iſt das nicht die Meinung Eures Eheherrn. Herr Jakob mag nichts wiſſen von der Eigen⸗ hülfe des Bauernvolks.“
„Weiß wol, und Meiſter Jakob ſpricht deshalb mit mir nicht von derlei Dingen, und wenn ich ihn drauf bringen will, fertigt er mich kurz mit den Worten ab; ich verſtände davon nichts und ſolle mich um Kunkel und Kuchel bekümmern. Weiber hätten nichts mit dem Welt⸗


