Der Herzog von Burgund und Niederland. 7
ken Bunde beizutreten. König Heinrich ſchifft nun eben ein ſtarkes Heer von England nach den Niederlanden her⸗ über; der Kaiſer ſchickt ſeine neugeworbenen Heerhaufen theils nach Italien gegen die Venetianer, theils nach Bur⸗ gund, das er in Verbindung mit einem eidgenöſſiſchen und
einem niederländiſchen Heere dem Franzoſen abnehmen und
für ſeinen Enkel Karl erobern will, und endlich wird er ſelbſt einen Theil des hier verſammelten Kriegsvolks den Rhein hinab in die Niederlande führen, um es dort mit den Engländern zu vereinigen, und von da wollen die beiden gekrönten Häupter in Frankreich einfallen und ſen⸗ gen und brennen.“
„Ja, das iſt ihre Kunſt— Gott ſei's geklagt! Was Gott der Herr ſchafft und wachſen läßt, und was der Menſch mit ſauerm Schweiße aufbaut und zurecht legt zu ſeines Leibes Nahrung und Nothdurft, das verwüſten und verderben die großen Herren; Menſchen und Vieh ſchlach⸗ ten ſie unbarmherzig dahin, brennen die Hütte ab und zertreten das Saatfeld— und immer ſagen ſie, ſie thä⸗ ten's zur Ehre Gottes. Was geht dem gemeinen Manne die Freundſchaft und Feindſchaft des deutſchen Kaiſers und des franzöſiſchen Königs an, und doch muß er ſich das Fell von ihnen über die Ohren ſchinden laſſen, während ſie ſelbſt einander kein Haar krümmen. Sind ſie Freund mit einander, hat Niemand Genuß davon, als ſie ſelbſt; denn dann bankettiren und turniren ſie und treiben aller⸗ lei Hoffarth und Unzucht; der gemeine Mann bekommt


