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Der Herzog von Burgund und Niederland.
mir mein Ehewirth berichtet hat. Nun ja, Ihr habt viele Jahre dort gelebt, und unter den Wölfen muß man mit heulen. Wer hätte in meiner Jugend einen ſolchen Bart an einem Manne geſehen! Man hätte ihn für einen Strö⸗ ter oder Wegelagerer gehalten, und alle Kinder und Jung⸗ frauen wären zeternd vor ihm davon gelaufen. Aber die ganze Welt verwandelt ſich in unſern Tagen.— Nun zu tauſendmal willkommen in Jakob Fugger's Hauſe, Jun⸗ ker! Grüß! Euch Gott und alle Heiligen!“
„Schönſten Dank, liebwerthe Frau!“ verſetzte Büben⸗ hoven eben ſo fröhlich und herzlich, wie er von der Haus⸗ frau angeredet worden war, und man hörte und ſah es an jedem Worte, an jedem Blicke, die herüber und hin⸗ über gingen, wie aufrichtig die Freude und die Liebe wa⸗ ren, welche dieſe guten und edlen Menſchen ſich gegenſei⸗ tig zu erkennen gaben.„Ihr ſeid immer wohlauf und alert geweſen, Frau Sibylle,“ fuhr der Junker geſprächig fort.„Euer Anſehn beweiſt es. Auch hat meine große Anhänglichkeit an Euere werthe Perſon niemals unterlaſ⸗ ſen, mich bei Herrn Jacob nach Euern Geſundheitszuſtän⸗ den zu befragen, und ich habe ſtets die befriedigendſte Antwort erhalten.“
„Gott und die Heiligen ſeien geprieſen!“ verſetzte die dicke Frau geſchmeichelt.„Ich ſag' Euch Dank, Junker, für Eure ehrliche Nachfrage.— Doch, Pathe, geh' und kredenze dem Junker einen Becher Firnen. Ihr bedürft der Auffriſchung nach dem ſcharfen Ritte.“


