Der Herzog von Burgund und Niederland. 5 Das liebliche Mädchen verſchwand durch die Thür, und Bübenhoven nahm auf erhaltene freundliche Einladung Platz 4 neben ſeiner ſchmunzelnden Gönnerin. Er fragte nach
Herrn Jakob.. „Die Herren von der Stadt und den Geſchlechtern ſind mit denen des Raths und den Zünftigen ſeit einer Woche ſchon jeden Morgen auf dem Rathhauſe verſam⸗ melt, die Noth des gemeinen Manns zu berathen, der von dem Rath mit Frau und Kind ſchon ſatt wird in die⸗ ſer, theuern Zeit. Sie wollen vorbeugen, daß es hier nicht losgeht, wie in Regensburg, wo das Volk die Raths⸗ herren ergriffen und einen geköpft hat. In andern Städ⸗ S ten ſoll's auch ſchlimm hergehen. Der Teufel iſt in das Volk gefahren, daß es nimmer gehorchen will. Ihr wißt, die Ernte iſt nun ſchon im fünften Jahre eine knappe ge⸗ weſen und verſpricht— Gott ſei's geklagt!— auch heuer nicht beſſer zu werden. Die Vorräthe ſind faſt aufgezehrt, der Hunger reibt dem armen Volke die Knochen auf, und um das Elend zu vermehren, hat der Kaiſer unſere Stadt auch noch zum Sammelplatze ſeines Kriegsvolks gemacht,
mit dem er— weiß nicht wohin— ziehen will; denn die Raufereien unſers gnädigſten Herrn nehmen kein Ende, und wenn Ihr nicht beſſer wißt, als ich, mit wem er wieder Händel hat, ſo müſſen wir die Sache dahin ge⸗ ſtellt ſein laſſen.“ „Mit dem Könige von Frankreich, Frau Sibylle,“ entgegnete der Junker lächelnd.
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