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Die Königskrone. 359
beſtanden und Ihr ſeht mich als Siegerin. Gott hat mich meine neuen Pflichten erkennen laſſen, dieſen armen Waiſen hier Mutter und Erzieherin zu ſein. Ihr Vater iſt dahin, ihre Mutter— v Gott!— iſt ihr Leben nicht ſchlimmer als Tod? Ich muß ihnen jetzt Alles ſein und ich will's. Aber auch dieſes Land bedarf des Regenten und der Himmel hat mich dazu auserſehen. Ich erkenne meine Aufgabe, Mutter und Herrſcherin zu ſein. Es iſt mein Vaterland, das Land meiner Liebe, und es ſind ſeine und meine Kinder, es iſt der künftige Herr dieſes Landes. Und ſo will ich ihm nicht nur dieſen Prinzen zu einem tüchtigen Herrſcher erzie⸗ hen, ich will meinem Karl auch das Land mit Segen verwalten, ſodaß ich es ihm einſt, wenn Gott will, in ſchöner Blüte übergeben kann. So nehmen mich Mutter⸗ und Regentenpflichten gleich ſtark in Anſpruch und die Sorge, ihnen würdig zu genügen, kämpft den Schmerz in mir nieder und raubt ihm die vergiftete Spitze. Ich habe in der Noth die ſchwere Kunſt gelernt, mein Herz zu bezwingen.“
—„Heil Euch, hohe und edle Frau!“ rief Fugger begeiſtert,„Euere thätige Tugend wird dieſen Kindern und dieſem Lande von größtem Segen ſein. Wir müſſen dem Tode ſeinen Raub laſſen und unſere Kräfte dem Leben zuwenden; weihen wir den Geſtorbenen ein ſtilles Andenken, den Lebenden unſere Thätigkeit! So er⸗ füllen wir alle Pflichten. Gott ſtärke Ew. Hoheit auf


