Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

360 Die Königskrone.

dem wichtigen Wege, den Ihr mit ſo viel Tugend vor allem Volke wandelt!

Ich werde ſtets nach Euerm Beifall ſtreben als nach dem eines Mannes, deſſen ganzes Leben Thä⸗ tigkeit und Menſchenliebe iſt. Ich habe vor wenigen Minuten wieder ein neues Beiſpiel von Euerer Hoch⸗ herzigkeit erfahren. Kinder! rief ſie jetzt ihren Pfleg⸗ lingen zu,Herr Jakob Fugger will nach Augsburg, ſeiner Vaterſtadt, zurückreiſen. Gebt ihm die Hand, wünſcht ihm Lebewohl und bittet um ſeinen Segen. Fürwahr, der Segen eines Ehrenmannes hat größere Kraft, als der eines ſchlechten Pfaffen.

Prinz Karl ſprang herzu und befolgte den Befehl; munter ſagte er, indem er ſeine kleine Hand in die des augsburger Bürgers legte:Tante Gretchen erzählt uns oft von Euch, was Ihr für ein guter und braver Mann ſeid. Ich will auch ſo werden.

Gott gebe Euerm löblichen Vorſatz Kraft und Gedeihen, Herrlein! Ihr ſeid zu wichtigen Dingen auf Erden berufen, da thut's fürwahr noth, daß Ihr ein guter und braver Mann werdet. Von Allem, was ein Fürſt ſein kann, iſt gut und brav ſein das Beſte. Ich bitt' Euch, vergeßt niemals Euer Verſprechen und ſorgt dafür, wenn Ihr groß geworden ſeid, daß ich Euch niemals daran zu erinnern brauche.

Herr Fugger, ſagte die Erzherzogin,Euch eine Gnadenkette umzuhängen, dünkt mir eine Anmaßung