Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Philipp von Oestrich : Roman in drei Theilen : Die Königskrone : 3. Theil (1846)
Entstehung
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Die Königskrone. 345

bieter mit verſchwenderiſcher Großmuth bedacht und mit Ehrenſtellen und Gütern wahrhaft überhäuft.

Obgleich die letzten Cortes, um ſich dem neuen Könige willfährig zu zeigen, bedeutende ungewöhnliche Geldbewilligungen für ihn gemacht hatten, ſo reichten die öffentlichen Einkünfte doch lange nicht aus für die unſinnigſten Verſchwendungen am Hofe, und um das Fehlende zu erſetzen, wurden bald die Aemter an den Meiſtbietenden verkauft. Selbſt an Einkünften, die dem König Ferdinand gehörten, vergriff ſich Philipp, gab aber in dieſer Beziehung den ernſten Vorſtellungen des Erzbiſchofs imenes nach.

Nichts war für Philipp wünſchenswerther, als das Gold der ſpaniſchen Gebirge bald zu gewinnen; Jakob Fugger ſollte noch vor dem Winter kommen, ein vom Könige heiß erſehnter Mann.

Es war ein merkwürdiger, den Caſtiliern nichts weniger als zuſagender Anblick, den König und ſeine Günſtlinge nicht aus dem Taumel des Wohllebens herauskommen zu ſehen, während die Königin in ihren verſchloſſenen Zimmern, deren Fenſter ſogar gegen den freundlichen Strahl des Sonnenlichts verhängt waren, in der ſchwermüthigſten Trauer des tiefſten Trübſinns ſchmachtete und jede andere Unterhaltung als die mit ihren Katzen floh.

Die Stimmen des Unwillens, erſt leiſe und einzeln, wurden bald lauter und vermehrten ſich; die Gerüchte